Video · Installation · Interdisziplinäre Kunst

Lea Gander

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Über Lea Gander

Lea Gander interessiert sich für Momente, in denen Gewissheiten ins Wanken geraten und sich Realität als etwas zeigt, das sich fortwährend bildet, verschiebt und neu lesen lässt. Dabei beschäftigt sie die Frage, wie sich im Persönlichen etwas Universelles erkennen lässt und was jenseits des unmittelbar Gegebenen liegen könnte.

Sie versteht Kunst als einen Transformationsraum, in dem auch das Unbestimmte, Irrationale und Geheimnisvolle Platz finden darf. Erinnerung, Sehnsucht, Intuition und das Unbewusste sind Ausgangspunkte ihrer künstlerischen Arbeit, um neue Zugänge zu Wahrnehmung und Begegnung zu ermöglichen. Zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte.

Aufgewachsen auf einem Bergbauernhof nahe Lienz, entwickelte Gander früh eine Neugier für die Natur und die Kreisläufe, in die der Mensch eingebunden ist. Diese Erfahrung prägt ihre Auseinandersetzung mit Mensch, Umwelt und den inneren Landschaften, die unser Verhältnis zur Welt bestimmen. Natur erscheint dabei nicht allein als Motiv oder als ein Gegenüber, sondern als lebendiges Gefüge, das kulturelle, soziale und ökologische Zusammenhänge miteinander verbindet und mit dem der Mensch untrennbar verwoben ist. Werden und Vergehen, Veränderung und Wiederholung spiegeln sich dabei auch in den inneren und gesellschaftlichen Lebenswelten des Menschen.

Ein weiterer Ausgangspunkt sind überlieferte Bilder, Symbolik, Rituale und Traditionen. Dabei wird hinterfragt, welche Rolle sie für Zugehörigkeit und Identität spielen und was von ihnen bleibt, wenn ursprüngliche Lesarten verloren gehen oder sich wandeln. Indem sie solche Formen aus ihrem gewohnten Zusammenhang löst und neu betrachtet, können andere Bedeutungszusammenhänge hervortreten. Das Vertraute kann fremd werden und das Fremde beginnt vertraut zu erscheinen.

Die Entwicklung dieser Arbeiten vollzieht sich häufig im Dialog mit anderen. Kollaboration und gemeinsame Erkundung bringen unterschiedliche Perspektiven, Experiment, Zufall und gegenseitige Einflussnahme zusammen.

Im Zentrum steht die Suche nach alternativen Realitäten als Möglichkeit, die Grenzen des Denkbaren und Erlebbaren zu verschieben. Das Phantastische wird dabei nicht als Gegenwelt zur Realität verstanden, sondern als eine andere Möglichkeit, sich ihr anzunähern. Die Arbeiten laden dazu ein, emotionale Landschaften zu erkunden, die von den scheinbaren Gegensätzen Verbindung und Freiheit geprägt sind.